Über den Körper kommunizieren wir immer – auch wenn wir nichts sagen. Und meistens ist uns das gar nicht bewusst, was unser Körper in einem bestimmten Augenblick signalisiert. Wäre es nicht schön, wenn wir das mächtige Kommunikationsinstrument Körpersprache besser steuern könnten? In vielen Kursen können Sie Techniken und Regeln dazu erlernen. Darf ich die Arme verschränken im Gespräch mit Mitarbeitern oder Kollegen? Wie halte ich meine Hände bei einer Präsentation?

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Diese Regeln können uns helfen, eine innere Hemmschwelle zu überwinden, weil wir uns durch das Gelernte sicherer fühlen. Sie sind jedoch meist nicht ausreichend, um unsere Wirkung positiv zu verändern. Wir unterscheiden zwischen der bewusst eingesetzten Körpersprache und der unbewussten. Doch wie entsteht die unbewusste? Natürlich durch das, was wir denken.

Lassen Sie Ihr Gehirn nicht unbeaufsichtigt

Wie können wir uns also die Tatsache, dass unser Denken die Körpersprache beeinflusst, im Berufsalltag zunutze machen? Christiane Stenger hat mit ihrem Buchtitel „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt!“ den Nagel auf den Kopf getroffen.Probieren Sie es aus. Gehen Sie in einen Raum hinein und denken Sie: „Ich habe jetzt überhaupt keinen Bock auf die“. Oder gehen Sie in den Raum und denken Sie: „Wow, ich freu mich, dass ihr da seid!“ Und dann fragen Sie die Anwesenden: „Was habe ich wohl im ersten und im zweiten Fall gedacht?“ Ich verspreche Ihnen, dass alle zumindest wahrgenommen haben werden, dass Sie im ersten Fall nichts Positives gedacht haben und im zweiten Fall schon. Dabei haben Sie sich doch gar nicht explizit vorgenommen, dass Sie den Kopf heben oder senken, den Oberkörper öffnen oder Ihre Mimik verändern. Das macht Ihr „Körperbewusstsein“ als Folge Ihrer Gedanken ganz von selbst.

Die äußere Haltung beeinflusst die Innere

Der wirklich spannende Teil kommt jedoch jetzt. Denn nicht nur unsere Gedanken beeinflussen unsere Körpersprache, sondern unsere äußere Haltung beeinflusst auch das, was wir denken. Und das können wir uns für wichtige Gesprächssituationen zunutze machen. Wenn wir nun also vor einem schwierigen Gespräch ganz bewusst den Körper in eine Haltung bringen, die der einer positiven Situation entspricht. Oder vielleicht sogar eine Siegerpose einnehmen. Dann können wir sicher sein, dass in unserem Kopf mehr Raum entsteht für kreative Gedanken, wir offener sind für die Inhalte und Aussagen unseres Gegenübers. Und sehr wahrscheinlich das Gespräch einen für uns besseren Verlauf nimmt.

Drei Tipps für mehr „Körperbewusstsein“:

  1. Überlegen Sie sich vor wichtigen Gesprächen Ihr Kommunikationsziel.

Wenn Sie eine gemeinsame Lösung erzielen wollen, dann entspannen Sie die Nackenmuskulatur und den Körper. Dann sind Sie offen für das, was der andere zu sagen hat und können flexibel darauf reagieren.Wenn Sie den anderen kleinmachen wollen, dann führt der Gedanke des „Überlegenseins“ automatisch zu mehr Körperspannung und einer erhobenen Kopfhaltung.

  1. Bringen Sie sich in eine positive Grundstimmung.

Wenn Sie eine Präsentation halten, was bringt es zu denken: „Hoffentlich geht das gut.“ Warum entscheiden Sie sich nicht zu denken: „Ich bin neugierig und freu mich darauf, Feedback von meinen Zuhörern zu bekommen.“ Und vertrauen Sie darauf, dass Ihre non-verbale Kommunikation mit diesem Gedanken Offenheit und Sympathie signalisiert. 

  1. Beobachten Sie Ihre Haltung in unwichtigen Situationen.

Bewusstheit entsteht durch Beobachtung. Nehmen Sie wahr, wie Sie im Alltag sitzen, stehen, gehen. Und wenn Sie feststellen, dass Sie sich oft im Oberkörper und Nacken eng machen, dann können Sie davon ausgehen, dass sich diese Haltung in Stresssituationen noch verstärkt. Fangen Sie also schon hier an, Ihre Körperhaltung bewusst zu entspannen.