
Vor Kurzem war ich in einem Improtheater-Workshop mit Marco Spohr – und dort hatten wir die Aufgabe, uns absurde Wahrheiten zu sagen – so etwas wie: „Du hast da eine grüne Brokkoli an der Wange.“ Im Impro kann eine Szene nur entstehen, wenn die Spieler*innen aufeinander eingehen.
Wenn also jemand ein Angebot macht – etwa: „Schau mal, der Vulkan bricht aus!“ – und der andere antwortet: „Nein, das stimmt nicht“, ist alles vorbei. Kein Spielfluss, keine Entwicklung, kein gemeinsames Staunen.
Im Impro nennt man das blocken. Und dieses Blocken passiert nicht nur auf der Bühne – es begegnet einem ganz oft auch im Berufsleben:
- Wenn jemand eine Idee einbringt und sofort die Risiken aufgezählt werden.
- Wenn Feedback kommt und automatisch erklärt wird, warum es so oder anders gemeint war.
- Wenn jemand vorschlägt, etwas Neues auszuprobieren – und die Antwort lautet: „Das haben wir schon versucht – das geht nicht.“
So entstehen keine lebendigen Dialoge, sondern Sackgassen.
Im Gegensatz dazu steht die Haltung des Improtheaters, die auf dem Wörtchen „und“ beruht und somit immer in etwas Neues führt:
„Ja, und…“
Dieses „Ja, und…“ bedeutet nicht, dass ich allem zustimme. Es heißt: Ich nehme dein Angebot an, ich erkenne es an, und ich füge etwas hinzu.
So entsteht Entwicklung, Vertrauen – und Spielfreude.
Vielleicht ist das auch im Arbeitsalltag der Schlüssel: öfter mal „Ja, und…“ zu denken – und zu schauen, wohin der Fluss uns trägt.
Wo erkennst du deine Ja, aber – Gedanken oder hast es mit KollegInnen zu tun, die gerne so denken?